Zwei Vereine mit gemeinsamen Ziel
Die MG Niederbuchsiten zusammen mit der BB Strengelbach-Mühlethal
in Montreux
Am kommenden Samstag nimmt die Musikgesellschaft
Niederbuchsiten gemeinsam mit der Brass Band Strengelbach-Mühlethal am
Schweizerischen Brass Band Contest in Montreux teil. Das Projekt, mit
vereinten Kräften etwas Aussergewöhnliches zu erreichen, wirft
interessante Aspekte auf.
Edgar Straumann
Die Musikgesellschaft Niederbuchsiten hat auch schon
bessere Zeiten erlebt. Nicht qualitätsmässig, sondern vielmehr was die Anzahl
Mitglieder betrifft, ist er Verein am unteren Limit angelangt. Gerade noch zwölf
Bläserinnen und Bläser zählt im Moment der Gäuer Musikverein, eigentlich noch
einem Blechbläser Ensemble entsprechend. Die Leistungsfähigkeit wurde jedoch
kürzlich am Jahreskonzert eindrücklich unter Beweis gestellt. So verwundert es
nicht, dass der harte Kern bestrebt ist, sich auch einer grösseren
Herausforderung zu stellen. Dabei erinnerte man sich an jene Zeiten, als der
Besuch von Kantonalen- wie auch Eidgenössischen Musikfesten schon beinahe eine
Selbstverständlichkeit war.
Manchmal führt der Zufall entscheidend Regie. Ruedi von
Arx, ein Mitglieder der Musikgesellschaft Niederbuchsiten, liess sich beim
Luzerner Kantonalverband zum Dirigenten ausbilden. Als solcher leitete er den
Musikverein Herbetswil und auch den Musikverein Läufelfingen. Seit einem Jahr
hat er nun die musiklasche Leitung
der Brass Band Strengelbach-Mühlethal inne, ein Verein der durchaus gewillt ist,
auch mal an die Leistungsgrenze zu gehen. Für eine Brass Band ist dafür
allerdings eine Besetzung auf allen Instrumenten unabdingbar, will man einem
Leistungsvergleich Stand halten. Dabei hatten die Strengelbacher aber einige
Lücken, die nicht einfach zu schliessen waren. Dennoch zeichnete sich eine
Lösung ab. In Niederbuchsiten waren genau jene Instrumente besetzt, die bei den
Aargauern fehlten.
Ruedi von Arx konnte schnell einmal seine Niederbuchsiter
für ein gemeinsames Projekt mit der BB Strengelbach-Mühlethal ermuntern. Nach
einer ersten gemeinsamen Probe konnte festgestellt werden, dass sich die beiden
Vereine hervorragend ergänzen. Schon 1991 und 1993 nahm die Musikgesellschaft
Niederbuchsiten am Schweizerischen Brass Band Contest in Montreux, damals noch
in der 3. Stärkeklasse, teil. Also wurde der Entschluss gefasst, sich nach einem
längeren Unterbruch, zusammen mit 60 weiteren Teilnehmern wieder in die Höhle
des Löwen zu begeben, treffen sich doch in Montreux die besten Brass Bands der
Schweiz im friedlichen Wettstreit.
Vorbereitet haben sich die beiden Vereine auf den Contest
seit dem 6. Oktober in gemeinsamen Proben, abwechselnd in Niederbuchsiten und
Strengelbach, unter der Leitung von Ruedi von Arx. In
einem Probeweekend Ende Oktober und einem Vorbereitungskonzert am 22.
November in Stein am Rhein wurde der letzte Schliff geholt. Am kommenden
Samstag, 28. November reisen nun die vereinigten Musikgesellschaften nach
Montreux und werden dort in der 4. Klasse mit dem Aufgabestück «Anniversary
Music» von Bertrand Moren sich einer gestrengen Jury stellen. Ihr Auftritt wird
je nach Auslosung in der Zeit von 10.15 - 11.30 Uhr
stattfinden. Wie selektiv der BB Contest von Montreux ist, geht daraus
hervor, dass mit einem einzigen Vortrag der Leistungsbeweis für die Bewertung
erbracht werden muss.
«Natürlich sind wir auf unser Abschneiden
gespannt,» sagt der musikalische Leiter der MG Niederbuchsiten,
Hans Kurth, der als Principal Cornetsit seinen Verein unterstützt
«doch nicht der Auftritt als
solcher, sondern der Weg der gemeinsamen Vorbereitung ist unser Ziel.»
Das einstudierte Wettstück, zusammen mit einem
reichhaltigen und
abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm, das unter dem Motto «Quer durch die
Schweiz» steht, dargeboten von den vereinigten Musikgesellschaften, wird das
interessierte Publikum am Sonntag, 29. November 2009 ab 17.00 Uhr in der
Turnhalle Niederbuchsiten zu hören bekommen. Dann wird auch zu erfahren sein,
wie sich die beiden Vereine geschlagen haben und welche Früchte das Jahresmotto
„Teamwork“ getragen hat. Wir drücken jedenfalls die Daumen und wünschen einen
guten Besuch des Gemeinschaftskonzertes.